12. Juni – Amsterdam – Newcastle

Kurz nach 12 Uhr, und wir sind in Ijmuiden. Vor und nach unserem einzigen Zwischenstopp beim holländischen Fleischpflanzerlkönig sind wir Autobahn gefahren. War auch geplant – aber lieber zweihundert Kilometer Autobahn als tausend.

Wir waren noch nie vorher hier und müssen uns erstmal orientieren. Ich fahre fast direkt vor die Eingangstür des DFDS-Gebäudes, und während ich noch den Helm abnehme, schiebt sich links von mir eine nigelnagelneue 1200er GS Adventure auf den Gehsteig. Ein kurzes Nicken an das Pärchen darauf, und bevor zu viele Worte gewechselt werden, bin ich in der Eingangshalle und vor dem Schalter, vor dem sonst keine Menschenseele steht, und lasse mich orientieren. Die etwas genervt wirkende DFDS-Mitarbeiterin erklärt mir, wo ich mich anstellen muss, und dass der Check-In heute vorverlegt wurde: statt um 15:30 Uhr beginnt er wegen des großen Andrangs bereits um 14 Uhr.

Ich nehme Mary und mir noch einen Kaffee mit, verlasse die Halle und finde meine Frau im Gespräch mit den beiden Adventure-Reitern. Angela und Frank sind etwas älter als wir und wollen ebenfalls nach Irland, bleiben jedoch nur 10 Tage und im Norden. Sie sind nett, und so unterhalten wir uns noch eine Zeit, bis ich Hunger bekomme. Und da wir schon vorher an einigen Fischrestaurants vorbeigefahren sind und noch genügend Zeit haben, fahren wir eine Runde.

Keine dreihundert Meter weiter hat Mary schon einen Imbiss entdeckt. Auch wenn die Umgebung mit Mülltonnen und Lagerhallen alles andere als appetitlich wirkt, die Makrele und der Hering in der Semmel sind ausgezeichnet.

Was macht man, wenn man noch eine Stunde Zeit hat, bevor man einchecken kann? Man gönnt sich einen Vis.

Was macht man, wenn man noch eine Stunde Zeit hat, bevor man einchecken kann? Man gönnt sich einen Vis.

Ach ja, und so schaut's rundherum aus. Der Vis war fantastisch.

Und so schaut’s rundherum aus. Der Vis war fantastisch.

Kurz nach 14 Uhr fahren wir die paar Meter Richtung Kai zurück und landen in der mittlerweile recht langen Schlange vor dem Einlass irgendwie wieder bei Angela und Frank. Es ist heiß, wir schwitzen schnell.

Es geht nur meterweise vorwärts. Als das Boarding beginnt, dürfen als erstes ein paar Motorradfahrer vor uns auf’s Schiff. Und dann… dann ist erstmal Sense für uns. Es folgen Lastwagen, Wohnwagen, Busse, alles andere, und wir Motorradfahrer stehen in der Sonne und schwitzen weiter. Gefühlte zwei Stunden später, als alle anderen Fahrzeuge an Bord sind, werden dann auch wir reingewunken.

Frank und Angela verkürzen uns die Wartezeit in dieser Schlange.

Frank und Angela verkürzen uns die Wartezeit in der Schlange.

Wir warten und warten und warten, und es sind 30 Grad…

Wir warten und warten und warten, und es sind 30 Grad…

Was haben wir gelernt?

Komme so spät wie möglich zum Boarding. Du hast Deinen Platz sicher, und Du musst nicht endlos warten. Geh lieber gut Essen. Lass Dir Zeit.

Es geht die Rampe hoch aufs Schiff. Alles ist jetzt sehr eng. Die Q ist vollbeladen und wiegt mit mir ca. 370 kg. Nichts lieber, als mit diesem Gewicht auf engstem Raum und unebenem Boden zu manövrieren. Mary ist bereits abgestiegen und geht die paar Meter hinter mir.

Spanngurte hängen an der Wand, und ich verzurre mein Bike selbst. Kein Wunder, die Mannschaft des Schiffs hätte keinen Platz mehr, um irgendwohin zu kommen. Funktioniert auch ganz gut, nur Unterlagen für die Sitzbank habe ich keine dabei – Mary zieht irgendwo einen Pulli aus dem Gepäck, den ich unterlegen kann. Wie würde ich nur ohne sie hier überleben?

Schaut richtig gemütlich aus. Deswegen bleiben wir hier auch ganze 10 Minuten.

Schaut richtig gemütlich aus. Deswegen bleiben wir hier auch ganze 10 Minuten.

Bye bye, Kontinent.

Bye bye, Kontinent.

Es ist vollbracht. Wir stehen an der Reling und schauen zu, wie sich das Schiff langsam aus dem Hafen schiebt. 15 Stunden wird die Fahrt dauern. Auf irgendwelche Veranstaltungen an Bord haben wir keine Lust mehr, wir sind von der Warterei und der Hitze ausgelaugt. Morgen sind wir auf der Insel!

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