Kleine aber feine Bergtour aus dem Nebel in die Sonne

Gestern sind wir zu viert auf den 1172 m hohen Seekopf gegenüber der Hörndlwand gewandert.
Mary, Melanie, Maggy und ich entflohen dem Nebel, der sich an solchen grauen Tagen nie aus den Niederungen löst.

Die Wanderung führt vom Parkplatz des Gästehauses Seehaus auf ca. 650 m, direkt an der B305, kurz an der Strasse zurück, quert diese dann, und führt an einem Marterl für drei junge Burschen, die 1965 hier verunglückt sind, auf einen schmalen Anstieg. Steil ist es nicht, durch das vom Nebel nasse Laub aber nicht ungefährlich – der Weg ist nicht leicht zu erkennen und nicht markiert. Nach ungefähr 10 Minuten Steigung wird der Weg breiter und flacher, und man wandert fast eben durch einen wunderschönen Herbstwald. Allein die Sonne fehlt, die Farben kommen nicht zur Geltung.

Am Ende der flachen Wanderung landet man auf einer Lichtung, und danach steht man richtig im Wald. Wir suchen den Weg und halten uns links: hier führt er kaum sichtbar leicht bergan, dann immer steiler. Jetzt sind auch Stoamandl (Steinmännchen) zu sehen, und einige Bäume sind mit weißen Punkten gekennzeichnet, die man kaum vom Pilzgeflecht unterscheiden kann, dass die Bäume ziert. Mit viel Aufmerksamkeit erreicht man bald die 1.000 Meter-Marke, und auf einmal kommt die Sonne. Erst als Nebelstern zwischen den Bäumen, und dann bringt sie uns die Farbe in den Wald zurück. Nach noch einmal 10 Minuten des Steigens über hingestreckte Baumleichen und Wurzeln erreichen wir nach den obligatorischen paar Latschen ein schlichtes Holzkreuz.

Sonne. Wir genießen sie eine Stunde und tanken uns auf. Das Panorama ist nicht spektakulär, aber wunderbar farbenfroh. Wir können nicht auf’s Seehaus sehen, der Nebel hängt richtig dick im Tal – nur die Seen sind frei. Gegenüber die Hörndlwand, hinter uns das Sonntagshorn. Zeit in Bewegung: Eine Stunde und zwanzig Minuten.

Der Abstieg erfolgt die ersten paar hundert Meter auf demselben Pfad wie der Aufstieg, dann bemerken wir gar nicht, dass wir auf einem anderen Weg sind, der nun viel deutlicher zurück ins Tal führt. Bald stoßen wir auf eine Forststraße. Wir folgen ihr hinunter bis an die B305, und von dort gehen wir vorbei am Förchensee zurück zum Seehaus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.